Wissenswertes über Kaninchen
Kaninchen brauchen Gesellschaft!
Kaninchen sind gesellige Tiere, die in der Natur in Kolonien zusammenleben. Am einfachsten ist es Tiere zusammen zu halten, die sich von klein auf kennen.
Männliche Tiere müssen vor der Geschlechtsreife kastriert
werden (ca. 12. Woche), da es sonst unerwünschten Nachwuchs gibt oder Kämpfe mit anderen Männchen entstehen. Das Zusammenführen älterer Tiere könnte schwieriger sein und klappt oft nur auf neutralem Raum.
Bei zwei Kaninchen nehmen Sie entweder ein Pärchen, zwei Rammler oder Schwestern. Die Rammler müssen in beiden Fällen früh kastriert werden.
In einer Gruppe sind verschiedene Kombinationen möglich:
-ein kastrierter Bock und ein bis drei Weibchen-
-zwei kastrierte Böcke und zwei bis vier Weibchen-
-nur kastrierte Böcke in einer kleinen Gruppe-
Dabei ist zu beachten, dass pro Kaninchen 2m² Platz einzuplanen sind.
Auf ein Zusammenleben von Kaninchen und Meerschweinchen sollte wegen des unterschiedlichen Verhaltens verzichtet werden.
Wie leben Kaninchen besonders gern?
Kaninchen sind sehr aktiv und brauchen möglichst viel Platz, daher sollte der Käfig mindestens eine Grundfläche von 160 x 70 cm haben. Als Einstreu eignet sich Granulat/Hobelspäne/Hanf mit einer Schicht Stroh.
!Katzenstreu darf nicht verwendet werden!
Ganz wichtig ist aber auch der tägliche Auslauf!
Aber Vorsicht ist geboten, denn es darf keine Gelegenheit haben, Stromkabel, giftige Pflanzen oder andere nicht geeignete Dinge anzuknabbern.
Bei Haltung im Freien braucht das Tier unbedingt Schutz vor Sonne, Regen und Wind.
Körpersprache und Kaninchenlaute:
Es gibt viele verschiedene Gesten, die uns ein Kaninchen zeigt:
Männchenmachen:
Hört oder sieht das Kaninchen etwas, das seine Aufmerksamkeit erregt, dann richtet es sich auf die Hinterpfoten auf und macht so "Männchen"
Sich wälzen:
Ist ein Zeichen von äußerstem Wohlbehagen
Anstupsen mit der Nase:
Das Anstupsen ist eine Begrüßungsform unter Kaninchen, stubst das Kaninchen die Hand an, so ist das eine Aufforderung gestreichelt zu werden
Wegstupsen der Hand:
Macht das das Kaninchen, so möchte es in Ruhe gelassen werden, respektieren wir das nicht, so kann es vorkommen, dass das Kaninchen kratzt und beißt
Mit der Zunge lecken:
Dieses ist eine Art, um zu zeigen, dass das Kaninchen sie mag. Tiere die sich mögen, kuscheln sich eng zusammen und lecken sich gegenseitig das Gesicht ab.
Ein Kaninchen gibt nur in wenigen Situationen Laute von sich, meistens in Konfliktsituationen oder beim Sexualverhalten.
Fiepen:
Hilferuf der Jungen nach der Mutter
Murksen:
Kurze , schnell hintereinander folgende Schimpflaute. So "meckert" das Kaninchen , wenn ihm etwas nicht passt.
Brummlaute:
Werden vom Rammler kurz nach dem Deckakt ausgestoßen.
Fauchen und Knurren:
Zeichen von Angst, Unzufriedenheit und Aggression. Dient der Warnung, dem ein blitzschneller Angriff folgen kann.
Schreien:
Gellender Laut, den Kaninchen in höchster Gefahr und Todesangst ausstoßen.
Zähnemahlen:
Beim Kraulen und Liebkosen mahlt das Kaninchen mit dem Kiefer. Stets ein Ausdruck von höchster Zufriedenheit.
Zähneknirschen:
Schmerzlaut, lauter als das Mahlen.
Trommelgeräusche:
Sie entstehen durch heftiges aufklopfen mit den Hinterpfoten auf den Boden. Dies ist immer ein Zeichen von Erregung und Unmut.
Ernährung:
Kaninchen sind keine Nagetiere. Es sind reine Pflanzenfresser, deshalb sollten frisches Heu und Kräuter die Grundlage der Ernährung und immer sauber und frisch im Käfig vorhanden sein. Das Heu sollte lang und nicht pieksig sein. Ansonsten ist die Verletzungsgefahr im Mundbereich sehr groß. Dazu kann Fertigfutter in geringer Menge gegeben werden. Ergänzt wird das Hauptfutter durch ein Angebot an Grünfutter (z.B. Karotten, Löwenzahn, Petersilie, Sellerie, Fenchel, Topinambur, Steckrübe, Chicoree, Zucchini, Petersilienwurzel, Speisekürbis, alle Salate (ungespritzt aus dem Garten), Basilikum, Dill Melisse, Scharfgarbe etc.
Gras ist natürlich ebenso wichtig.
Um die während des gesamten Lebens wachsenden Nagezähne abzunutzen und zur Beschäftigung können Äste von Obstbäumen, Haselnuss, Weide oder spezielle Nagerhölzer angeboten werden.
Frisches sauberes Trinkwasser muss immer in ausreichender Menge zur Verfügung stehen!
Kotfressen gehört beim Kaninchen zum normalen Verhalten. Die Aufnahme des sogenannten Blindarmkots ist für die Vitaminversorgung des Kaninchens sehr wichtig.
Fütterungsfehler, z. B. angegorenes Gras, zucker- und stärkehaltige Nahrungsmittel, Kohlblätter und plötzlicher Futterwechsel, können zu tödlich verlaufenden Störungen des Darms führen. Vor allem im Frühjahr müssen die Tiere sehr langsam an das frische Gras gewöhnt werden.
Nicht vertragen wird oder ist teilweise giftig: Aubergine, Avocado, Hülsenfrüchte, Radieschen, Sojabohne, Porree, Zierkürbis, Zwiebeln, Rhabarbar, Kartoffeln und Kraut, grüne Tomaten, Tomatenblätter, rohe Bohnen.
Gesundheitsscheckliste:
Das Kaninchen ist gesund, wenn:
- die Augen weder tränen noch entzündet sind
- das Gebiss keine Anomalien aufweist und das Kaninchen normal kaut.
- es ein trockenes Näschen hat und nicht niest.
- das Fell glatt und glänzend ist und nach frischem Heu und Stroh riecht.
- der Po sauber und frei von Verklebungen ist.
- das Schwänzchen gerade nach oben zeigt.
- keine Beulen und Schwellungen zu fühlen sind.
- munter ist und einen guten Appetit hat.
Das Kaninchen sollte mit ca. 10 Wochen gegen Myxomatose, RHD1 und RHD2 geimpft werden.
Fliegen setzen im Sommer gerne ihre Eier auf Kaninchen, vor allem wenn die Afterregion kotverschmiert ist.
Die schlüpfenden Maden fressen es dann sehr schnell an und kriechen sogar unter die Haut, so dass das Tier daran auch sterben kann.
Wichtig ist es deshalb, das Fell regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls zu reinigen.